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Vorsorge gestalten

Berliner Testament: Absicherung mit Bindungswirkung

Bei der verbreiteten Gestaltung setzen Ehegatten einander zunächst als Alleinerben ein. Die Kinder oder andere Personen sollen regelmäßig erst nach dem Tod des länger lebenden Ehegatten erben.

Was die Gestaltung erreichen soll

Die gegenseitige Erbeinsetzung kann dem überlebenden Ehegatten ermöglichen, den Nachlass zunächst allein zu verwalten. Die als Schlusserben eingesetzten Personen erhalten ihre Erbenstellung regelmäßig erst mit dem zweiten Erbfall. Welche Wirkung die konkrete Urkunde hat, hängt allerdings von ihrem Wortlaut und ihrer Auslegung ab.

Für ein gemeinschaftliches eigenhändiges Testament gelten §§ 2265, 2267 BGB. Grundsätzlich kann ein Ehegatte den Text eigenhändig verfassen und unterschreiben; der andere unterzeichnet die gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mit. Die gesetzlichen Anforderungen an die Errichtung bleiben zu beachten.

Warum Änderungen schwierig werden können

Entscheidend ist, ob Verfügungen wechselbezüglich sind (§ 2270 BGB). Für ihren einseitigen Widerruf zu Lebzeiten gelten über § 2271 Absatz 1 die besonderen Anforderungen des § 2296 BGB. Eine neue Verfügung von Todes wegen hebt die wechselbezügliche Regelung nicht einfach einseitig auf.

Nach dem Tod des anderen Ehegatten erlischt das Widerrufsrecht grundsätzlich. Das Gesetz sieht Ausnahmen vor; außerdem können im Testament wirksame Änderungsvorbehalte enthalten sein. Die Aussage, der Überlebende könne stets frei neu testieren, ist ebenso unzutreffend wie die Annahme einer ausnahmslos unveränderlichen Bindung.

Pflichtteil und Steuerfolgen mitdenken

Sind Kinder beim ersten Erbfall enterbt, können Pflichtteilsansprüche entstehen. Das kann Liquidität erfordern, obwohl sich wesentliche Werte in einer selbst genutzten Immobilie befinden. Pflichtteilsstrafklauseln bedürfen sorgfältiger Gestaltung und wirken nicht wie ein pauschaler Ausschluss aller Ansprüche.

Auch die erbschaftsteuerliche Behandlung sollte anhand des konkreten Vermögens geprüft werden. Freibeträge, weitere Erwerbe und der zeitliche Ablauf können die Bewertung beeinflussen. Eine zivilrechtlich passende Lösung ist nicht automatisch steuerlich günstig.

Fragen für die Gestaltung

  • Wie soll der überlebende Ehegatte abgesichert werden?
  • Welche Änderungen soll er später noch vornehmen dürfen?
  • Was gilt bei Wiederheirat, Vorversterben oder Ausschlagung?
  • Wie werden Pflichtteilsforderungen und Immobilien berücksichtigt?

Rechtsgrundlagen und Quellen

Redaktioneller Stand: 30. September 2026. Allgemeine Informationen; die Beurteilung des Einzelfalls setzt die Prüfung der konkreten Unterlagen voraus.

Der nächste Schritt darf klar sein.

Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Situation zu klären ist.

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