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Im Erbfall handeln

Nachlass: Vermögen und Verbindlichkeiten ordnen

Zum Nachlass gehören nicht nur Vermögenswerte. Auch Verpflichtungen können auf die Erben übergehen. Eine geordnete Bestandsaufnahme schafft die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.

Was zunächst erfasst werden sollte

§ 1922 BGB beschreibt den Übergang des Vermögens als Ganzes auf den oder die Erben. Nach § 1967 BGB haftet der Erbe für Nachlassverbindlichkeiten. Deshalb sollten Guthaben und Eigentum ebenso ermittelt werden wie Kredite, offene Rechnungen und weitere Verpflichtungen.

  • Bankverbindungen, Depots, Bargeld und Forderungen.
  • Grundstücke, Wohnungen, Beteiligungen und wertvolle Gegenstände.
  • Darlehen, laufende Verträge und bekannte Gläubiger.
  • Testamente, Erbverträge, Vollmachten und Schenkungsunterlagen.

Ob Versicherungsleistungen oder bestimmte Rechte tatsächlich in den Nachlass fallen, hängt von der jeweiligen rechtlichen Gestaltung ab. Nicht jede Zahlung nach dem Tod ist automatisch Nachlassvermögen.

Unterlagen sichern, Zuständigkeiten klären

Zu Beginn sollte dokumentiert werden, welche Unterlagen vorhanden sind und wer Zugang zu ihnen hat. Bei mehreren Erben müssen Verwaltung, notwendige Erhaltungsmaßnahmen und Auskünfte abgestimmt werden. Eigene Auslagen und Entnahmen sollten nachvollziehbar festgehalten werden.

Wer ein Testament besitzt, muss dessen Ablieferungspflicht beachten (§ 2259 BGB). Zugleich sind mögliche Ausschlagungsfristen gesondert zu prüfen. Eine Bestandsaufnahme ersetzt keine formgerechte Ausschlagung.

Wenn Schulden drohen

Eine unübersichtliche oder überschuldete Erbschaft verlangt eine Prüfung der Haftungsrisiken. Neben der Ausschlagung können Instrumente der Haftungsbeschränkung wie Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz Bedeutung gewinnen (§ 1975 BGB). Bei Kenntnis von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung kann § 1980 BGB eine Pflicht zur unverzüglichen Beantragung des Nachlassinsolvenzverfahrens begründen.

Welche Maßnahme passt, hängt vom Stadium der Abwicklung und dem tatsächlichen Bestand ab. Einzelne Gläubiger zu bezahlen oder Vermögen zu verteilen, bevor die Gesamtlage geprüft ist, kann zusätzliche Schwierigkeiten auslösen.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Redaktioneller Stand: 30. September 2026. Allgemeine Informationen; die Beurteilung des Einzelfalls setzt die Prüfung der konkreten Unterlagen voraus.

Der nächste Schritt darf klar sein.

Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Situation zu klären ist.

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